Intervention in Public Spaces – A VR/AR Project on the Sculptures from Hitler's 'Gottbegnadeten List'

1944 erstellte das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda die sogenannte „Gottbegnadeten-Liste“ von Künstlerinnen, die vom NS-Regime besonders bevorzugt wurden. Deren Werke sind bis heute oft ohne jegliche Kontextualisierung im öffentlichen Raum installiert. Wie gehen wir heute mit NS-Kunst im öffentlichen Raum um?

In den letzten Jahren sehen wir uns immer häufiger mit Bildern von Protestierenden konfrontiert, die Denkmäler zerstören oder beschädigen, die eine koloniale oder imperialistische Weltsicht ausdrücken. Diese Akte der Denkmalzerstörung sind zu einem universell verstandenen Symbol des Aufbegehrens und der Unzufriedenheit gegenüber der öffentlich verankerten Geschichte geworden. Die Statue von Saddam Hussein ist ein gutes Beispiel. Die Idee für das „Antimonument Extended" - Virtual-Reality-Programm zielt darauf ab, eine Diskussion über den Status solcher Denkmäler in unserer Gesellschaft zu führen, ohne sie physisch zerstören zu müssen. Mit Hilfe von Virtual-Reality-Technologie können Benutzer direkt in die gescannte Version der umstrittenen Denkmäler eingreifen (sprayen, dekonstruieren, usw.).

Das Projekt konzentriert sich auf fünf öffentliche Denkmäler in Düsseldorf, die von Künstlern geschaffen wurden, die früher auf der Liste der „Gottbegnadeten" des nationalsozialistischen Regimes standen. Diese Künstler erhielten auch nach dem Krieg weiterhin große öffentliche Denkmalaufträge und sind noch immer in unseren öffentlichen Räumen präsent. Pop-up-Workshops finden vor diesen Skulpturen statt – dort können Besucher das Virtual-Reality-Programm ausprobieren. Parallel dazu werden Künstler mit Migrationshintergrund, die in Deutschland und Österreich leben, eingeladen, mit 3D-Projektionsmapping und Performance in diese Denkmäler einzugreifen. Die abschließende Ausstellung findet in einer Galerie statt, wo die Dokumentation dieser Pop-up-Workshops zu sehen ist und gleichzeitig eine Plattform für die weitere Diskussion über die Bedeutung des Projekts im aktuellen Kontext geboten wird.

Antimonument e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die 2017 nach einem ersten Aufruf von Shinpei Takeda, basierend auf seinem 2015er „Antimonument Manifest", gegründet wurde, um eine Plattform für Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Erinnerung und Technologie zu schaffen.

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